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Die Burg Kokoøín (Kokorschin) liegt auf einem Sandsteinfelsvorsprung über dem Tal Kokoøínský dùl, nördlich der gleichnamigen Ortschaft, inmitten eines Naturschutzgebiets. Ursprünglich stand in der Nähe eine mittelalterliche Festung, erbaut zur Regierungszeit des Königs Johann von Luxemburg, die zum Teil in den Felsen eingehauen war. Die ersten urkundlichen Erwähnungen Kokoøíns stammen aus dem Jahr 1320, als Heinrich Berka von Dubá den Hof von Kokoøín durch ein Tauschgeschäft vom Jindøich von Osmìchov erwarb. Berka ließ hier – wahrscheinlich auch Mitte des 14. Jahrhunderts - eine Burg erbauen.

In den nachfolgenden Jahrhunderten war die Burg im Besitz verschiedener bedeutender Adligen und Adelsgeschlechter. Im 15. Jahrhundert war es zum Beispiel der berühmte Krieger Jan Øitka von Bezdìdice, während der Hussitenkriege war Kokoøín im Besitz von Aleš Škopek von Dubá, im nachfolgenden Jahrhundert kamen die Adelsgeschlechter Klinštejn, Beøkovští von Šebíøov, Kuplíø,  Hrzán von Harasov und anschließend wieder die Berkas, deren Eigentum jedoch nach der Schlacht am Weißen Berg konfisziert und an die Familie Waldstein verkauft wurde. Nach dem Tod des Albrecht von Waldstein (Wallenstein) ging Kokoøín wieder in den königlichen Besitz über.

Im 16. Jahrhundert genügte die Burg nicht mehr den steigenden Wohnansprüchen und befand sich außerdem in einem schlechten Zustand. Nach dem Dreißigjährigen Krieg hatte Kaiser Ferdinand Kokoøín für „verflucht“ erklärt, die Burg durfte somit nicht mehr renoviert werden und verfiel langsam. Das Herrengut wechselte dann seine Besitzer, der Sage nach wurde sie zeitweilig auch zum Zufluchtsort für Raubritter, angeführt von Petrovský von Petrovice, die die ganze Umgebung in Angst und Schrecken versetzten.

Im 19. Jahrhundert blieb von der Burg nur noch eine Ruine übrig, die romantische Künstler wie Karel Hynek Mácha, Josef Navrátil, Antonín Mánes und viele weitere bezauberte. Im Jahr 1895 hatte die breite Öffentlichkeit die Burg dank dem Klub der tschechischen Touristen wieder entdeckt, der ihr Modell auf der Völkerkunde-Ausstellung in Prag vorgestellt und sich dafür eingesetzt hat, dass sie teilweise zugänglich gemacht wird.

Im Jahr 1896 kaufte das Herrengut von Kokoøín samt der Ruine Václav Špaèek, ein Adliger von Starburg, und begann 1911 die Burg mit Hilfe der führenden Historiker August Sedláèek, Zikmund Winter, Èenìk Zíbrt und Eduard Sochor gründlich zu renovieren. Die Renovierung wird 1918 von seinem Sohn Jan abgeschlossen, der die ursprünglich kulturell-patriotische Konzeption um ein Familiendenkmal erweiterte. Trotz einiger Einwände gegen die Ausführung der Renovierung im Stil des späten Romantismus handelte es sich um die erste komplexe Rettung einer mittelalterlichen Ruine in Böhmen, die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.
Nach dem Jahr 1950 ging die Burg aufgrund der Regelungen der Bodenreform in den Staatsbesitz über.

Erst 2006 kehrt die Burg zurück in die Hände der Familie Špaèek, die an die Familientradition anknüpfen und die Sehenswürdigkeit auch weiterhin für die Öffentlichkeit erhalten möchte.

 

 
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